Geschichte

Seit jeher hatte Gußwerk eine starke Feuerwehr, wo doch die Gusshütte und die Flammöfen immer wieder zu größter Vorsicht mahnten. Die Werksfeuerwehr zählte bis zu 240 Mann. Sie war vom Werk organisiert und befohlen, also nicht freiwillig. Der Hauptmann der Werksfeuerwehr war meist ein Werksingenieur. Aus einer Rechnung aus dem letzten Jahrzehnt des 18.Jh. entnimmt man, dass damals um 95 fl. Eine Feuerspritze vom Werk angekauft wurde. Bei dem feuergefährlichen Betrieb einer Gusshütte muss man auch schon von allem Anfang an Sicherheitsvorkehrungen annehmen. Die Werksfeuerwehr wurde 1827 bei dem großen Brande in Mariazell eingesetzt, aber auch beim Brand der Gusshütte und der Formerei 1834 hatte sie Großeinsatz. Nach Auflösung des Eisenwerkes Gußwerk wurde am 23.03.1899 die Freiwillige Feuerwehr Gußwerk unter der Führung von Hauptmann Michael Rohrbacher gegründet, der dieses Amt bis 1904 inne hatte. 1904 wurde Franz Bogensberger zum Hauptmann gewählt und führte die Wehr bis zum Jahr 1938. 1938 übernahm Schneidermeister Karl Mücke die Freiwillige Feuerwehr Gußwerk als Wehrführer und übte diese Funktion bis zum 15.03.1957 aus. Von 1957 bis 1962 führte Malermeister Rudolf Kroneis die Wehr als Hauptmann. Von 1962 bis zu seinem Tod am 13.05.1967 führte Schuhmachermeister Lorenz Höhn die Wehr als Hauptmann. Nach dem Tod von Lorenz Höhn wurde Johann Ebner zum Hauptmann gewählt und führte die Wehr ab 1971 als Hauptbrandinspektor bis zum Jahr 1990 vorbildlich. Von 1990 führte Werner Schager die Wehr bis 2006 als Hauptbrandinspektor. 2003 wurde Werner Schager zum ABI des Abschnittes Mariazell ernannt, wobei er diese Funktion heute noch ausübt. 2006 wurde unser heutiger Hauptbrandinspektor Otto Dietl gewählt, am 23.03.2012 wurde er einstimmig wiedergewählt. Wurde anfangs der Spritzenwagen mit der Hand oder mit dem Pferdegespann gezogen, so stellte später die Firma Reichenvater ihre Lastkraftwagen für Einsätze zur Verfügung. 1935 wurde eine Tragkraftspritze Marke „Florian“ angekauft. 1945 wurde das erste Einsatzfahrzeug, ein „Opel Blitz“ angekauft. 1954 wurde, um die Schlagkraft der Wehr zu verstärken, ein Jeep als Einsatzfahrzeug um S 8.000,00 und eine Tragkraftspritze „R 75“ angeschafft. Im Jahr 1962 wurden ein „Ford Transit“ und eine Tragkraftspritze „VW TS 8“ unter Hauptmann Lorenz Höhn und Bürgermeister Johann Raninger angekauft. Unter HBI Johann Ebner und Bürgermeister Josef Waxenegger wurden folgende Fahrzeuge und Gerätschaften angekauft: 1970 ein Opel Blitz, 1978 ein VW als Kleinlöschfahrzeug mit Tragkraftspritze, 3 Atemschutzgeräten und Funk, sowie 1986 ein Mannschaftstransportfahrzeug der Marke „Renault Trafik 4x4“. 1992 Ankauf einer Tragkraftspritze der Marke „Ziegler TS 12“ unter HBI Werner Schager und Bürgermeister Heinz Fluch. 1994 wurde unser Herzstück – das Tanklöschfahrzeug „Mercedes-Benz Allrad“ und 2002 das KLF „Mercedes 316 CDI“ auch unter HBI Werner Schager und Bürgermeister Helmut Ganser angekauft. 2005 wurde nochmals unter HBI Werner Schager und Bürgermeister Harald Schimmer ein MTF-A „VW T5 Syncro“ angekauft. Bei allen Ankäufen von Fahrzeugen und Geräten brachte die FF-Gußwerk ein Drittel der Summe durch Sammel- und Holzschlägerungsaktionen, sowie Ball- und Festveranstaltungen auf. Auf diesem Wege möchte sich die FF-Gußwerk bei allen Gewerbetreibenden und Gönnern für die bisher geleisteten Spenden mit kameradschaftlichen Grüßen herzlich bedanken. 1997 wurde erstmals eine Jugendgruppe unter der Leitung von OLM d.F. Franz Rappel auf die Beine gestellt. Ab 2000 führte die Jugendgruppe unser heutiger OBI Hannes Reiter, ab 2007 LM Gerald Blamauer, ab 2009 FM Markus Höhn und ab 2012 FM Patrick Schablhofer. Im Jahre 1960 wurde bei einer Ausschusssitzung der FF-Gußwerk beschlossen, erstmals einen Faschingsumzug durchzuführen, der sich heute noch großer Beliebtheit erfreut. Außerdem wurde an Fußballturnieren, Wintersportveranstaltungen des BFV und LFV teilgenommen. Ein weiterer Bestandteil ist jährlich die Teilnahme am traditionellen Pokaleisschießen und dem Vereinseisschießen in Gußwerk. Seit 1992 wird im Abschnitt Mariazell auch ein Abschnittseisschießen durchgeführt. 1963 bis 1966 erfolgte der Rüsthausneubau unter der Führung von Hauptmann Lorenz Höhn und den Bürgermeistern Johann Raninger und Josef Waxenegger. Die FF-Gußwerk erklärte sich bereit die Abbrucharbeiten des alten Poststalles, sowie die Inneneinrichtung der Rüsthausräumlichkeiten zu übernehmen. Bis dahin war die Feuerwehr in der Werkshalle der Firma Rohrbacher&Söhne untergebracht. Größere, zum Teil gefährliche Einsätze: 1900 Turbinenbrand in Bohrwerk, 1903 Sägebrand der Fa. Rohrbacher & Söhne, 1925 Brand Konsumgebäude Gußwerk, 1940 Arbeiterwohnhausbrand auf der Lend, 1952 Brand Oberer Koglbauer, 1954 In einer gemeinsamen Aktion der Feuerwehren Gußwerk, Mariazell, Wegscheid, Gollrad und der Straßenmeisterei wurden der Seeberg und die Straße Gußwerk-Weichselboden freigeschaufelt, 1956 Holzhüttenbrand in Salzahammer, 1959 Jahrhunderthochwasser in der Gemeinde Gußwerk, 1961 Wirtschaftsgebäudebrand beim Schloß Brandhof, 1966 Hochwasser in der Gemeinde, 1968 Jagdhüttenbrand Dürradmer (Sulzboden), 1970 Wohnungsbrand Familie Leber in Greith, 1979 Autounfall auf der Hochleitn (2 schwerverletzte Frauen, 1985 Bergung eines Segelflieger in Greith, Eisstoß beim Rechensteg in Gußwerk und Nachbarschaftshilfe beim Wohnhausbrand Fam. Zechner in Mariazell, 1986 Silobrand beim Sägewerk Gußwerk und Bezirksalarm Unwetterkatastrophe im Mürztal, 1987 Bezirksalarm Unwetterkatastrophe in Aflenz, 1991 Hochwasser in der Gemeinde, 1995 Nachbarschaftshilfe Stallgebäudebrand in St. Sebastian, 1997 Hochwasser in der Gemeinde, 1998 Bezirksalarm Großflächenbrand in Pernegg, 2003 Waldbrand Mariazeller-Staritze (Papstmauer) und Tribein, 2005 Wohnhausbrand Fam. Raitmaier in Fallenstein, 2006 Schneekatastrophe im Mariazellerland, 2010 Wohnhausbrand in Greith.